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Gewusst wie: Journalistisches Texten für Berufseinsteiger/innen

JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung
Würzburg, 2. – 6. Mai 2011

„S – P – O und Pipapo“

Ein Seminarbericht von Sebastian Kirschner

 Ulrike Schnellbach in Aktion
Ulrike Schnellbach – Foto: Daniela Hillbricht

S – P – O, Küchenzuruf, Cliffhanger: was zunächst kompliziert klingt, ist eigentlich dazu da, alles einfach zu machen. Denn wer als Journalist arbeiten will, muss sich gut und verständlich ausdrücken können. Und wie das konkret funktioniert, hat das Seminar „Journalistisches Texten für Berufseinsteiger/innen“ gezeigt.

Da hat man eine Geschichte zu erzählen und weiß nicht wie. Denn im Kopf bleibt alles unkonkret, irgendwie verschwurbelt: Was ist der Anfang, was das Ende, wo bleibt die Spannung, wo die Neuigkeit?

Eine Woche lang haben sich auf der Frankenwarte oberhalb von Würzburg etwa ein Dutzend Journalisten und solche, die es noch werden wollen, mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt. Geleitet hat das Seminar die Freiburger Journalistin und Medientrainerin Ulrike Schnellbach. Sie  trainierte eine bunt gemischte Gruppe an Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Branchen. Freie Mitarbeiter bei Online-Portalen und Verlagsvolontäre waren ebenso dabei wie Studenten oder eine Redakteurin einer Straßenzeitung.

Die Palette reichte von einfachen Grammatikübungen über die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen bis hin zu eigenen Textversuchen und das richtige Gespür für Überschriften. Dass die Geschichte von Hänsel und Gretel eine Meldung wert ist, hätte wohl kaum einer gedacht. Und dass bei der Übung, aus dem Märchen eine Nachricht zu formulieren, witzige und auch interessante Ergebnisse herauskommen – darüber staunten die Seminarteilnehmer erst recht. Und auch darüber, wie man blauen und rosa Kärtchen den Aufbau von Reportage, Feature oder Porträt visualisieren kann. Es ging um das große Ganze genauso wie um die kleinen Details. Die Teilnehmer haben gelernt, dass konkrete Beschreiungen starke Bilder erzeugen, wie der „Küchenzuruf“ funktioniert (der den Kern einer Nachricht enthält) und wie man vom Leben abschreibt und.

Und auch die spezifischen Probleme der Einzelnen kamen nicht zu kurz. Wenn beispielsweise Daniela ihre Methode der Kommasetzung verrät: „Das ist, als würde ich am Ende eine Tüte Kümmel über meinem Text ausschütten“ – und im Laufe des Seminars ein paar Regeln an die Hand bekommt. Oder wenn Kathy lernt, wie sie ihre komplizierten Sätze durch die natürliche Satzstellung Subjekt – Prädikat – Objekt (SPO) einfach strickt. Selbst die Seminarleiterin lernte noch was dazu. Denn Min-Hi sei mit ihrem unschlagbaren Grammatik-Wissen mehr als einmal eine Stütze des Seminars gewesen.

Doch wer viel arbeitet, braucht zwischendurch auch Erholung. Dafür sorgten FES und Frankenwarte – mit toller Unterkunft, Verpflegung und –   ausreichend Kaffee, wie es sich für Journalisten nun mal gehört. Abends ging’ s dann ein bisschen raus, Beine vertreten – zum nahe gelegenen Käppele oder in die Würzburger Innenstadt. Und wer selbst dazu zu müde war, der setzte sich einfach in die hauseigene Weinstube.

Die Seminarkritik fiel am Ende durchweg positiv aus. „Ich hab’ viel mitgenommen“, sagte nicht nur Min-Hi. „Das mit dem S – P – O und Pipapo war sehr hilfreich“, fasste Kathy knapp zusammen. Die Teilnehmer waren so motiviert, dass sie gern noch mehr geübt hätten, sogar nach Feierabend. Auch mit der Stimmung in der Gruppe waren alle zufrieden. Simone brachte das so auf den Punkt. „Schön, dass keine schnöseligen Journalisten da waren!“

Seminarteilnehmerin in Aktion Seminarszene
Seminarteilnehmerin in Aktion – Fotos: Daniela Hillbricht

 

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